• Agnes Meyer

Der Osterspaziergang



Denkt Ihr da auch erst mal an das Bild von Spitzweg?  Obwohl das eigentlich Sonntagsspaziergang heißt, glaube ich. Und ein Gedicht von Goethe gibt es auch mit dem Namen. 

Wenn ich an meine Kindheit denke, war das Spazierengehen die Freizeitbeschäftigung Nummer Eins. Am Wochenende hat man Verwandte besucht oder ist Spazieren gegangen. Sonstige Belustigungen waren eher selten, vor allem solche, die Geld kosteten. Da sind wir heute wirklich verwöhnt: Dauernd Freizeitpark, Kurzurlaub, Kino, Konzert, Restaurant, Schwimmbad, Theater oder Kirmes. Und das ist jetzt plötzlich alles abgesagt. Da besinnen wir uns doch gerne zurück auf das, was uns eigentlich im Blut zu liegen scheint: Lustwandeln und die Natur genießen! Tatsächlich ist uns Deutschen das Wandern an der frischen Luft so wichtig, dass unser Gesetzgeber eigens eine Betretungserlaubnis für Wald und Landschaft "zum Zwecke der Erholung" ins Gesetz geschrieben hat. Auch Privatwald darf nicht ohne Weiteres für Spaziergänger abgesperrt werden.(siehe § 2 LFoG (§ 14 BWaldG) ). 

Welch ein Glück!  So finden wir dank Corona wieder dorthin zurück, wo wir hingehören: Ins Grüne. Und auch Kräuter sammeln für die grüne Kräutersuppe dürfen wir: Man darf kleine Mengen für den Eigenbedarf sammeln. Das bedeutet: ein Handstrauß. Also nicht Kiloweise Blätter pflücken, aber genug für die Familienmahlzeit. Nur geschützte Arten sind tabu, und Naturschutzgebiete. Also ran an die guten Sachen: Gundermann und Giersch für Pesto, Vogelmiere und Spitzwegerich  für den Salat, Veilchen und Löwenzahn für Blütengelee, Knoblauchrauke und Brennnessel für die Suppe, oder was auch immer. Mutter Natur hat reichlich vorbereitet, und nur vom Feinsten!

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